Sind Krisen zufällig? Sind es Strukturschwächen in den Unternehmen, die zu Führungsfehlern führen? Oder sind es menschliche Führungsfehler, die Probleme in der Wirtschaft und Verwaltung machen? In einer im Jahr 2011 durchgeführten Untersuchung in Österreich, von dem Institut Karmasin, wurde festgestellt, dass 98% der befragten Unternehmen über Probleme in der Führung klagen. 93% haben versucht mit Bildungsmaßnahmen gegenzusteuern, meldeten aber, dass es keine wesentlichen Verbesserungen durch diese Maßnahmen gab.
Woran liegt es, dass die Gesellschaft Führungsprobleme ortet? Nicht zuletzt daran, dass viele Führungskräfte mit Führungsverantwortung betraut werden, ohne eine entsprechende Ausbildung vorher genießen zu dürfen. Obwohl Führung ein Beruf ist, ist es noch lange nicht selbstverständlich, dass rechtzeitig ausgebildet wird. Ein weiterer Grund liegt darin, dass nur wenige wissen, dass der Führungsauftrag aus zwei Komponeneten besteht. Erstens aus einem organisationalen und zweitens aus einem psychlogischen Teil.
Die Annahme des organisationalen Führungsauftrages erfolgt immer dann, wenn sich ein Mensch dafür entscheidet Führungskraft zu werden. Hier dreht es sich um die Positionen, wie zum Beispiel TeamleiterIn, AbteilungsleiterIn, BereichsleiterIn usw. Das ist der organisationale Part. Jetzt geht es um die Annahme des psychologischen Auftrages einer Führungsposition, diese erfolgt ganz, ganz selten. Weil es nur ganz wenigen Unternehmen bewusst ist, dass es diesen Part überhaupt gibt. Hierbei geht es um die Bereitschaft MitarbeiterInnen zu fördern und zu fordern.
Das Fördern ist ja noch ziemlich angenehm, aber das Fordern weniger. Denn etwas von Mitarbeitern zu fordern, ist nicht immer mit angenehmen Situationen verbunden. Da kann es sein, dass sich eine Führungskraft unbeliebt macht - und wer will das schon? Aus psychologischen Gründen in der Sache inkonsequent sein, führt früher oder später zu Führungsfehlern, die fatale Folgen nach sich ziehen können. Beispiele können wir uns an dieser Stelle ersparen, hört man sich die allmorgentlichen Nachrichten an, dann bekommen wir zur Zeit leider genügend Beispiele geliefert.
Die Erkenntnis daraus ist, bildet eure Führungskräfte professionell, das heißt vor allem führungspsychologisch, aus.
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